Die Praxis der Geistesruhe ist die GRUNDLAGE der buddhistischen MEDITATION. Der Weg zum Erwachen wird über die einfache Praxis der Beobachtung des Geistes beschritten.
Viele Leute glauben, Meditation besteht darin, den Geist einfach leer zu lassen. Es gibt ein tibetisches Sprichwort, das sagt: "Meditation ist nicht einfach Meditation, sondern Meditation ist Gewohnheit, die durch den Intellekt erlangt wird~ Meditation heißt, den Geist zu benutzen in dem Sinn, was wir praktizieren. Wenn wir z. B.: über Mitgefühl meditieren, dann verwandelt sich der Geist selbst durch die Praxis in Mitgefühl.
Man macht den Geist mehr freundlicher, sanfter, offener. Wenn wir ein Papier aufrollen und lange drehen, dann bleibt das Papier als Rolle aufgerollt. Genauso ist unser Geist aufgerollt durch die Leidenschaften. Er wird dadurch in dieser Form gehalten. Wenn wir die Ursache für Glück und Frieden untersuchen und die Ursache für Leid, dann verstehen wir, wie notwendig es ist und wie richtig diese Ursachen sind und dann ist es als ob wir unseren Geist wie ein Papier entrollen. Wenn wir aber nicht praktizieren, dann wird sich der Geist wieder von selbst aufrollen, wie er es gewohnt war, wenn wir nicht den Geist halten durch die Praxis. Also bedeutet Meditationspraxis, den Geist zu entrollen und ihn in diesem Zustand eine lange Zeit zu halten.
Wenn wir den Geist lange genug so offen halten, so wird er in diesem Zustand verbleiben, ohne daß wir ihn zu halten brauchen. |