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Die Thronlinie der Drikung Kagyü Tradition |
Diese Darstellung der Thronlinie ist eine extrem zusammengefasste Form und bezieht sich auf die lange Fassung des Serthreng (tib., "Die goldene Thronlinie"). Geschrieben wurde der Serthreng – die goldene Girlande der Thronhalter von Drikung – ursprünglich von Tendzin Peme Gyaltshen, dem 4. Chetshang Rinpoche; vom Tibetischen ins Englische übersetzt von Ven. Könchog Tenphel; ins Französische übersetzt und bearbeitet von Marc François zusammengefasst und ins Deutsche übertragen von Gita Gaupp-Berghausen und Armin Akermann-Kindweiller.
„Wer immer das Bild des 2.Buddha, des strahlenden RATNA SHRĪ anschaut, berührt oder sich an Ihn erinnert, dessen Wünsche werden erfüllt sein. Und durch den dem Bild innewohnenden Segen wird er nie getrennt sein von dem höchsten Drigung-Orden. Bitte segne uns, dass alle unsere Taten zum Dharma-Weg werden.“ (Dies wurde geschrieben vom 4. Chetshang Rinpoche.) Mögen alle, die sie anschauen und die Lebensgeschichten lesen, Freude haben, und möge es schließlich als Wegweiser zur vollständigen Befreiung dienen.
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1. Drikung-pa Rinchen Pal – Kyobpa Jigten Sumgön (1143 – 1217) |
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Jigten Sumgön wurde 1143 in Kham (Ost-Tibet) geboren. Sein Vater, Naljorpa Dorje aus dem Kyura-Klan, war ein Praktikant des Yamāntaka (Sieger über den Herrn des Todes) und seine Mutter Sinmosa Tsünma (Srin-mo-bza bTsun-ma 1123-1185) eine beeindruckende Yoginī aus dem Ba-Klan (sBa). Da der Neugeborene von so ungewöhnlichem Adel war, nannte ihn seine Mutter Tsünpa Kyab (bTsun-pa sKyabs)- „edler Beschützer“. Er hatte noch nicht einmal seinen dritten Geburtstag erreicht, da ließ ihn sein Vater zur täglichen Meditation zu und übertrug ihm seine persönliche Meditationsgottheit Yamāntaka. Als er kaum fünf Jahre alt war, starb sein Vater, und der Bruder des Verstorbenen, Khenpo Darma (mKhan-po Dar-ma), übernahm die Erziehung. Er unterrichtete ihn in den Sutren, aber auch im Mantrayāna. Schon mit 7 Jahren musste Tsünpa Kyab mithelfen den Lebensunterhalt zu verdienen. |
| Er las aus Heiligen Schriften – eine in Tibet praktizierte Methode um Verdienst anzusammeln, denn durch das abhängige Entstehen sammelt auch die Person Verdienst an, die bezahlt.
Mit 8 Jahren begann Tsünpa Kyab öffentlich Belehrungen zu geben. Die Meditationsgottheit, die sein Vater ihm übertragen hatte, Yamāntaka, die zornvolle Form des Bodhisattva’s der Weisheit Mañjushrī, war ihm sehr vertraut.
Bereits mit 17 Jahren hatte er tiefe Erfahrungen im Traumyoga gesammelt. Als er 20 Jahre alt war, traf er Gö Lotsawa Lhatä (’Gos Lo-tsā’-ba lHa-btas) und wurde von ihm in die Praxis des Guhyasamāja und andere tantrische Praktiken eingeweiht. Als er 22 Jahre alt war, brach eine große Dürre über Kham herein. Tsünpa Kyab verkaufte das Wenige das er besaß, um damit den Ärmsten zu helfen. Ein Jahr darauf hörte er von einem Lama in Zentral-Tibet namens Phagmodru-pa. Als er diesen Namen nur hörte, erfassten ihn ein tiefes Erschauern, eine spontane Devotion. So beschloss er nach Zentral-Tibet zu gehen.
Auf seinem Weg wurde er immer wieder auf wundersame Weise geführt und beschützt – von Regenbögen, die sich manifestierten, um ihm den Weg zu weisen, oder vom Schützer Dorje Legpa (rDo-rje Legs-pa) zuerst in der Form eines Hasen, dann wieder in der eines kleinen Buben. Als er mitten auf einem gefährlichen Bergpfad nicht vor und zurück wusste, glitzerten plötzlich OM MAŅI PAD ME HŪŁ Silben auf - als Trittsteine, um den Weg zu weisen. Während der ganzen Reise verspürte er die Segenswellen seines Gurus. Schließlich manifestierten sich eines Morgens die Schützer in Form eines Ehepaars, das vorgab von Phagmodru-pa geschickt worden zu sein. Tsünpa Kyab warf sich voll Demut und Freude in den Staub als stünde er vor seinem Lehrer persönlich. Als er dann endlich in Densa Thil ankam und wirklich vor Phagmodru-pa stand, bot er ihm alle seine Vorräte, Tee und sogar sein Pferd als Geschenk an. Phagmodru nahm alles an – nur das Pferd lehnte er mit der Begründung ab, er habe nicht die Absicht von seiner Hütte wegzureiten. Phagmodru rief alle seine Yogis herbei und stellte mit Zufriedenheit fest: „Endlich sind meine Schüler vollzählig“. Zusammen feierten sie ein großes Fest mit rituellem Essen und Trinken: einen Khorlo Demchog Tshog (Tshogs). Phagmodru-pa hatte die Angewohnheit, jedem, der in seine Gemeinschaft aufgenommen wurde, die Bodhisattva-Gelübde abzunehmen, und bei der Gelegenheit gab er Tsünpa Kyab den Namen Ratnashrī (Strahlendes Juwel), auf Tibetisch Rinchen Päl (Rin-chen dPal).
In nur 30 Monaten übertrug Phagmodru-pa nun alle Belehrungen an Rinchen Päl, indem er sie bei dieser Gelegenheit neu und übersichtlich strukturierte. Der fünffache Pfad wurde später von Jigten Sumgön kodifiziert und kommentiert zum Beispiel in seinem Werk: “Die Grauen Schwingen des Fünffachen Pfades“. Kurz vor seinem Dahinscheiden wollte Phagdru noch die Dispositionen seiner drei engsten Schüler testen. So gab er jedem von ihnen ein gleichgroßes Stück roten Filz und gab ihnen den Auftrag daraus einen Meditationshut zu machen. An der Form des Huts gab Phagmodru seinem Schüler Rinchen Päl folgende Prophezeiung: „Die Linie von Rinchen Päl würde sich verbreiten, sowie der Hut vergrößert wurde.“
Im Jahre 1171 zog sich Rinchen Päl in die E-Chung Höhle zurück, um die erhaltenen Belehrungen in die Praxis umzusetzen. In eben dieser Höhle hatte einst Machig Labdön (Ma-cig rLab-sgron 1055-1153) meditiert. Da die Praxis des Chöd (gCod) ein integraler Bestandteil des Stufenweges Phagmodru-pa’s war, praktizierte Rinchen Päl auch diese Praxis und der Text „Kusali Tshog oder die Methode für Bettler, Verdienst anzusammeln “, der in der Drigung-Linie bis heute verwendet wird, entstand damals. Nach Vollendung der drei Jahre verließ Rinchen Päl 1174 die E-Chung Höhle und begab sich auf Pilgerreise; aber nachdem er einen neuen Gabenherrn gefunden hatte, zog er sich für weitere vier Jahre in die Einsamkeit von E-Chung zurück.
1177 beschloss er wieder zu den Menschen zurückzukehren. 1178 nahm er dann die Novizengelübde, hörte auf Fleisch zu essen und nach seinem Noviziat wurde er dann Mönch. Ein noch lebender direkter Schüler Gampopa’s -Shangsum Thogpa Chökyi Senge (Zhang-sum Thog-pa Chos-kyi Seng-ge 1121-1195), ein Dharma-Bruder Phagmodru-pa’s, der den Thron in Densa Thil seit Phagmodru-pa’s Tod innehielt - nahm Rinchen Päl die vollen Gelübde ab in der Tradition der Haimavata Mūlasavāstivādin’s. Als bekannt wurde, dass Rinchen Päl die Mönchsgelübde genommen hatte, baten ihn die Yogis von Densa Thil den Thron zu übernehmen.
In einer Vision erschien ihm Phagmodru-pa und sagte zu ihm: “Hier ist nur mehr ein Thron dessen Brokat und Teppich zerschlissen ist – laß ihnen diese Relikte und gehe nach Norden in die Provinz Uru (dBu-ru).“ Also machte er sich mit vier Gefährten auf den Weg. Als sie sich dem Drigung Gebiet näherten, erschien Lhachen Bar Lha (Lha-chen Bar lHa), Wächter des nördlichen Sektors des Drigung Mandalas und es heißt, der Fluß hätte begonnen zu murmeln: „Nāgārjuna, Nāgārjuna...“, denn Rinchen Päl gilt als die Reinkarnation des Nāgārjuna. Er war unterdessen im Drigung Tal angekommen, dem Geburtsort seiner Urgroßmutter Achi Chökyi Dölma. Die Kinder der Gegend machten ihm aus Steinen einen Thron, von dem aus er Belehrungen geben möge... und Menschen kamen von überall her und versammelten sich. Auch an die 100 Mönche fanden sich ein, und Rinchen Päl erkannte, dass hier wohl der Platz sei, wo das von seinem Guru vorausgesagte Kloster errichtet werden sollte. Und so gründete er 1179 den Sitz von Drigung: Densa Drigung Thil (gDan-sa ’Bri-gung mThil) und nannte ihn Jangchub Ling (Byang-chub gLing = Ort der Erleuchtung). Rinchen Päl hatte vom zukünftigen Kloster die Vorstellung eines Mandalas das von vier Seiten geschützt sein sollte. Diese vier Schützer sind im Norden Bar Lha, Sogra (gSog-ra) in Tsa Ug; Chupän Lu (Chu-pan Klu), ein Beschützer der Nāga’s; und Tidroma (Ti-drom sMan-mo) in Tedröm (gTer-sgrom) und mit Namgyal Karpo (rNam-rgyal dKar-po), dem speziellen Schützer für den Serkhang im Zentrum.
Rinchen Päl hatte auch gute Beziehungen zu Gönpo Beng (mGon-po Beng), und dieser half ihm dann bisweilen beim Durchsetzen der Disziplin.
1181 machte Rinchen Päl eine Pilgerreise zum Berg Kailasch, dem äußeren Körper-Mandala des Khorlo Demchog. Später, 1219, entstand unter anderem das Kloster Gyang Drag Gön (rGyang Grags dGon) am Südhang des Berg Kailasch und das Kloster in Purang.
Wieder zurück in Jangchub Ling unterrichtete Rinchen Päl jeden Tag, Sutra wie Tantra, alte und neue Tadition. Er verneinte jegliche Art von Sektierertum. Er war sehr strikt in seinen selbstauferlegten Regeln und es wird erzählt, er habe selbst den Geschmack von Gerstenbier und Fleisch vergessen!
1191 machte Rinchen Päl mit seinem Major Domus Rinchen Drag in der Tsa Ug-Höhle Retreat. Diesem war die Höhle zu eng und zu dunkel, so dass Rinchen Päl sie ausweitete und mit seinem Stock eine Öffnung nach Süden bohrte. Seither wird die Höhle Tsa Ug Lhokar „Höhle mit der südlichen Öffnung“ genannt. 1192 machte Rinchen Päl eine Pilgerreise nach Tsari (Tsa’-ri), danach installierte er das Amt eines spirituellen Platzhalters jeweils für Kailasch, Lapchi (La-phyi) und Tsari, die drei Orte von Körper, Rede und Geist des Khorlo Demchog, und schickte jeweils eine Gruppe von 24 Yogis dorthin in Klausur. 1194 ging Rinchen Päl nach Tsari auf Retreat und gründete dann dort ein neues Kloster. Als er nach Drigung Thil zurückkam, gründete er drei Häuser für die Klausner aus den Orten Tsari, Lapchi und Kailasch.
1208, als Rinchen Päl seinen Kämmerer Chenga Dragpa Jungnä (sPyan-snga Grags-pa’Byung-gnas) als seinen Vertreter auf den Thron von Densa Thil schickte, da der Thron doch nun schon lange verwaist gewesen war, wurde Sherab Jungnä sein „Chenga“ (sPyan-snga), sein Kämmerer. Es war seine herausragende Gabe, sich alles wortgetreu merken zu können. Jeden Tag massierte er die schon müden Beine seines Meisters Rinchen Päl, und dabei hörte er aufmerksam den Belehrungen zu und schrieb diese in der Nacht dann auf. So entstand das Gong Chig Yigcha (dGongs-pa gCig-pa /dGongs gCig Yig-cha), „Aufzeichnungen zu dem Einen Gedanken“.
1214 war Rinchen Päl bereits 71 Jahre alt, erkrankte oft zur großen Besorgnis seiner Schüler und musste dann immer schnell wieder ins Retreat, um wieder neue Kräfte zu schöpfen. 1217 starb Rinchen Päl, und es war Sherab Jungnä, der den Trauerfeierlichkeiten vorstand und danach auch gewissenhaft die Reliquien sammelte und nach Tsari brachte, um darüber einen Stupa zu erbauen. Ein Stūpa wurde dann auch am Fuß des Berges Kailasch errichtet.1219 wurde dann dort das Kloster in Gyang Drak (rGyang Grags-dgon) gebaut.
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2. Drigung-pa - Gurava Tsültrim Dorje (1154-1221; reg. 1217-1221) |
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Gurava war ein Meister des Sutra und Tantra. Gurava hatte von Rinchen Päl gehört und so ging er 1199 nach Drigung Thil. Als er ankam, unterrichtete Jigten Sumgön gerade auf der Terrasse. Gurava war überwältigt. Er bat Jigten Sumgön um Übertragungen und Belehrungen, die ihm auch gewährt wurden. Jigten Sumgyi Gönpo übergab ihm die Funktion eines Lehrers für die neu Angekommenen in Jangchub Ling, er sollte aber nicht seine persönliche Meditation vernachlässigen.
Nach Rinchen Päl's Tod nahm Gurava es auf sich, Drigung Thil interimistisch zu regieren, trotz seines Alters von 63 Jahren. Er war einer der wenigen Hierarchen, die nicht aus dem Kyura-Klan stammten. Während seiner Regentschaft wurde 1219 am Fuß des Kailasch - auf der Südseite - das Kloster Gyang Drag Gön gegründet, dessen Halle als Mausoleum der Drigung Hierarchen dient. |
| Die Reliquien der Drigung Hierarchen wurden dann jeweils in silbernen oder goldenen Reliquienbehältern aufbewahrt; allen voran ein Teil der Reliquien von Jigten Sumgön. Nachdem man zwölf Mal die äußere Umrundung gemacht hat, darf man zur "inneren Khora" übergehen: es ist dies die Umrundung der Stupas die sich hinter dem Kloster Gyang Drag Gön an den Hang schmiegen. In Darchen am Fuß des Berges - heute der Ausgangspunkt für alle Pilger, die eine Umkreisung machen möchten - wurde ein Kolleg gegründet; dies alles konnte dank der großzügigen Unterstützung der Königsfamilie von Purang (West-Tibet) geschehen. Der alte König war noch ein persönlicher Schüler von Jigten Sumgön gewesen, und so machte es sich die Familie zur Ehre, die Drigung Einsiedler zu unterstützen. 1221 verstarb Gurava, der 2. Drigung-pa. |
3. Drigung-pa - Önchen Sönam Dragpa (1187-1235; reg. 1221-1235) |
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Rinchen Päl begann 1197 die Suche nach einem Nachfolger in seiner Verwandtschaft. Dazu schickte er Pälchen Phagpa Lotsawa nach Kham, um nachzuforschen. Rinchen Päls Onkel väterlicherseits, Kyura Könchog Rinchen (1116-1208), hatte einen Sohn namens Anye Adrag, der seinerseits wiederum drei Söhne hatte. davon hieß der älteste Önchen Sönam Dragpa. Seine Geburt war bereits von außergewöhnlichen Naturschauspielen begleitet gewesen, so dass niemand erstaunt war, als man ihn als Verkörperung des Manjushri anerkannte. Als Pälchen Phagpa zu Anye Adrag kam, entdeckte er in dem damals zehnjährigen Önchen ein hochbegabtes Wunderkind, und so versuchte er seinerseits, die Familie durch weltliche Zauberkräfte zu beeindrucken, und so übergab ihm schließlich das Familienoberhaupt den Jungen zur Obhut. Als der Junge in Drigung Thil angekommen war, gab Rinchen Päl ihm überglücklich die Novizengelübde. Dieser begann 1199 bis 1212 ein Retreat von 13 Jahren, wobei er fallweise Belehrungen und Einweihungen von Rinchen Päl durch die Klappe seiner versiegelten Klause erhielt. |
1214 bekam er dann von Rinchen Päl die vollen Mönchsgelübde. 1215 ging Önchen noch einmal in Klausur, um über die Natur des Geistes zu meditieren und weigerte sich 1217, trotz aller Bitten, nach dem Tod seines Lehrers und Onkels Rinchen Päl, das Retreat zu unterbrechen. Aber 1220, als Gurava Tsültrim Dorje, der 2. Drigung Thronhalter, Anzeichen des nahen Todes zeigte, verließ er zum Wohle aller Wesen seine Klausur und wurde 1221 der Thronhalter von Drigung Thil. Nachdem Önchen Sönam Dragpa den Thron bestiegen hatte, hielt er sich unermüdlich an das Programm, das bereits von Phagmodru-pa eingeführt worden war: die 14 Vormittage des wachsenden Mondes waren der Meditation gewidmet. Aber an den Nachmittagen unterrichtete er die Schüler. Die Tage des abnehmenden Mondes blieb jeder in seinem Retreathäuschen, um sich voll der Meditation zu widmen. 1235 begann Önchen Sönam Dragpa Zeichen der Auflösung seines Körpermandalas zu zeigen. Wieder waren es erstaunliche Naturschauspiele, die seinen Tod begleiteten. In der Asche, nach der Verbrennung des Körpers, fand man Reliquien-Pillen und Kügelchen seiner Knochen, auf denen Abbilder von Gottheiten zu sehen waren. |
4. Drigung-pa - Chenga Dragpa Jungnä (1175-1255; reg. 1235-1255) |
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Er wurde in Ost-Tibet geboren - sein Vater war aus dem Lang-Klan. Mit zwölf Jahren war er dem weltlichen Treiben bereits so abgeneigt, dass er die Novizengelübde nahm und dabei den Namen Dragpa Jungnä, bekam. Als er 14 Jahre alt war flüchtete er, da sein Vater seinen Wunsch, Mönch zu werden, ablehnte. Sein Lehrer, Lama Yelphugpa Yeshe Tseg (1156-1227), war ein ehemaliger Schüler von Phagmodru-pa und ging nach Drigung Thil. Dragpa Jungnä folgte ihm nach. Dort stellte der Lama den Jungen Rinchen Päl vor, der gerade Belehrungen auf dem roten Thron vor dem Serkhang gab. Rinchen Päl sah ihn und legte ihm seine Hand auf den Kopf und in diesem Augenblick hatte Dragpa Jungnä ein tiefes Verständnis der Wirklichkeit. Danach zog er sich für die nächsten drei Jahre in die von Rinchen Päl zur Verfügung gestellte Klause zurück. 1191 nahm Rinchen Päl ihn dann als seinen Chenga (Kämmerer) zu sich. 1208 machte Rinchen Päl, der bereits 63 Jahre alt war und sich zu alt fühlte, um sich weiter um den unterdessen zum Kloster ausgebauten Thronsitz des Phagmodru-pas zu kümmern, noch einmal eine Reise nach Densa Thil. |
| Dort rief Rinchen Päl aus; ",,,bis gestern war ich der Lama von Densa Thil - ab heute bist Du es!" Also nahm Dragpa Jungnä 300 Mönche zu sich von Drigung Thil nach Densa Thil. Nicht einen Tag verabsäumte er das Guru-Yoga, das das wahrhafte Mittel ist, um den Weg zur Erleuchtung erfolgreich zu gehen. Wie sein Meister aß auch er weder Fleisch noch Knochensuppe und wie der Gründer von Densa Thil nahm er nicht einmal bei rituellen Handlungen Alkohol zu sich. Auch hielt er an der Tradition Phagmodru-pas fest: die Wochen des abnehmenden Mondes verbrachte er im Retreat, bei zunehmendem Mond unterrichtete er. Dragpa Jungnä brachte wieder Ordnung und Wohlstand nach Densa Thil. Von 1208-1235 hatte er den Thron von Densa Thil inne. 1235, nach dem Tod von Önchen Sönam Dragpa , begab sich Dragpa Jungnä mit einer Gruppe von Schülern nach Jangchub Ling, um an den Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen. Da bat man ihn den Thron von Drigung Thil einzunehmen, obwohl er nicht aus dem Kyura-Klan stammte. Nach einer Bedenkzeit nahm er, aus Devotion zu Jigten Sumgön das Amt als vierter Thronhalter der Drigung-Linie an. Den Thron von Densa Thil übergab er an seinen Neffen, und somit wurde Densa Thil seit dieser Zeit Erbe des Lang-Klans. Als 1239 die Mongolen in das Land einfielen und alles verwüsteten, schlug er ein Treffen mit dem Kriegsherrn vor. Der Mongolenführer akzeptierte und tief beeindruckt von Dragpa Jungnäs väterlicher Würde nahm er die Tributzahlungen an und verschonte die Zentral-Provinzen. 1243 wurden Stimmen laut, Dragpa Jungnä möge den Thron an den unterdessen 33-jährigen Chung Rinpoche übergeben. Chung Rinpoche war der zweite Neffe von Rinchen Päl, der jüngere Bruder des verstorbenen Önchen Sönam Dragpa. Dragpa Jungnä wollte abdanken, aber Chung Rinpoche selbst bat ihn eindringlich zu bleiben. 1255 starb Dragpa Jungnä mit 81 Jahren. Seine Schüler bauten gemäß seinen Anweisungen einen Tashi Gomang Stupa, und wirklich erreichte das Land und die Bevölkerung Friede und Wohlstand. Die jetzige und erste Inkarnation des Chenga Dragpa Jungnä lebt und unterrichtet in Amerika und Taiwan. |
5. Drigung-pa - Chung Dorje Dragpa (1210-1278; reg. 1255-1278) |
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Der fünfte Thronhalter wurde als dritter Sohn von Anye Adrag geboren und verließ mit sechs Jahren Kham. Er ging zu seinem Onkel Rinchen Päl, dem Cousin seines Vaters, nach Jangchub Ling. Er wurde sehr herzlich empfangen und sein Onkel gab ihm die Laiengelübde mit dem Namen Dorje Dragpa. Auch verkündete er der versammelten Menge, dass dieses Kind eigentlich die Wiederverkörperung des großen Mahasiddha Tilopa sei, und trotz seines jungen Alters übertrug Rinchen Päl ihm ganz offiziell die Nachfolge auf den Thron, denn Chungs älterer Bruder war ja noch für einige Zeit eingemauert in Klausur. Rinchen Päl musste sein baldiges Dahinscheiden vorausgeahnt haben. 1217 bat der damals erst siebenjährige Chung Rinpoche auch Lama Dragpa Jungnä aus Densa Thil, zu den Verbrennungszeremonien des verstorbenen Onkels zu kommen. |
| 1220, drei Jahre danach, als dann der zweite Thronhalter Gurava Tsültrim Dorje verstarb, wurde sein älterer Bruder Önchen Sönam Dragpa inthronisiert und übertrug Chung die vollständige Überlieferungslinie. Danach ging Chung in eine strikte 13-jährige Klausur. Auch er brach die Mauern seiner Klausur nicht vorzeitig auf, als sein Bruder, der dritte Thronhalter, verstarb. Erst als Dragpa Jungnä, 1243 durch die anhaltenden Intrigen eines Teiles der weltlichen Verwaltungsbeauftragten sowie eines Teiles der Mönche das Amt des Thronhalters niederlegen wollte, verließ er die Klausur und bat Dragpa Jungnä, auf dem Thron zu verweilen. Nach dessen Tod jedoch nahm er 1255 als 5. Drigung-pa den Thron ein. Auch Chung Rinpoche beeindruckte die Mongolen sehr, und so fielen die Bedingungen für Drigung milde aus. Mit Karma Pakshi, dem 2. Karma-pa, hatte er eine tiefe Verbindung. In Chung Rinpoches Zeit fiel auch die erste Zusammenstellung des Kanjur und Tanjur. Er unterrichtete gemäß der Tradition den "Fünfachen Pfad zu Mahamudra" und die "Sechs Yoga des Naropa". Danach schickte er die Schüler, die den Pfad des Yogis gewählt hatten, an die berühmten Retreatplätze Kailasch, Lapchi und Tsari. Am Beginn der 70-ziger Jahre machte Rinpoche eine große Pilgerreise nach Tsari, zum Kloster des Gampopa und danach zum Berg Kailasch, einer auch von den Sakyas begehrte Region. Die Drigungs mussten sich nun die Unterstützung ihrer Klöster mit den Sakyas teilen, da diese von den Mongolen gestützt wurden. 1277 zog sich zog sich Chung Rinpoche ins Retreat zurück, fern ab von allem weltlichen Geschehen. 1278 folgte er der Einladung der Himmelsgeherinnen. Und es war sein Neffe, der die Trauerfeierlichkeiten leitete und nach ihm den Thron als 6. Drigung-pa bestieg. |
6. Drigung-pa - Thokhaba Rinchen Senge (1226-1284; reg. 1278-1284) |
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Geboren als ältester Sohn des Kyura Dorje Senge, des jüngeren Bruders von Önchen Sönam Dragpa , dem 3. Drigung-pa und älteren Bruder von Chung Rinpoche, dem 5. Drigung-pa.
Kyura Dorje Senge hatte das Amt eines Ministers inne und lebte in Drigung. Von frühester Kindheit an murmelte Thokhaba das Mantra des Avalokiteshvara OM MANI PADME HUNG und war allem weltlichen Treiben abgeneigt. Es war sein Onkel Chung Rinpoche, der seine Ausbildung übernahm. Von 1251 bis 1257 ließ Thokhaba Rinchen Senge sich unterhalb des großen Serkhang in Drigung Thil in einer Retreat-Zelle nieder; die Tür wurde mit Ton versiegelt. Schon 1268 wollte Chung Rinpoche das Amt übergeben, aber Thokhaba lehnte ab. Erst nach dem Tod des Onkels 1278 trat er die Thronfolge an.
Er gründete ein neues Kollegium und sorgte für Unterricht von Sutra und Tantra. |
| Aber vor allem sorgte er für die Klausner an den berühmten drei Plätzen: Tsari, Lapchi und Kailasch, sowie an den vielen weiteren Drigung-Retreat-Orten. Thokhaba Rinchen Senge verfasste auch selbst Kommentare und Instruktionen, die die Bibliothek von Drigung Thil bereicherten - eine Bibliothek die in ganz Tibet nicht ihresgleichen hatte. 1284, im Alter von erst 58 Jahren, setzte er sich in aller Stille zur letzten Meditation und ging in die Reinen Gefilde ein. Sein jüngerer Bruder Tschamchä Dragpa Sönam stand den Trauerfeierlichkeiten vor und übernahm als 7. Drigung-pa den Thron. |
7. Drigung-pa - Tshamchä Dragpa Sönam (1238-1286; reg. 1284-1286) |
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Dragpa Sönam, den man dann Tshamchä Rinpoche nannte, wurde 1238 als vierter Sohn des Minister Kyura Dorje Senge im Drigung-Gebiet geboren. Schon im Alter von elf Jahren war er bereits so überwältigt vom Leid des Samsara, dass er seinen älteren Bruder Thokhaba Rinpoche bat, ihm die Novizengelübde zu gewähren. Danach erhielt er auch die Übertragungen der Lehren der Linie. 1254 ging er für beinahe vier Jahre in strikte Klausur. Danach nahm er die vollen Mönchsgelübde und zog sich für weitere 13 Jahre zurück. Er erlebte in tiefer Versenkung bedingungsloses Mitgefühl mit allen Wesen. 1284, nachdem Tshamchä inthronisiert wurde, widmete er sich hauptsächlich seinen Pflichten: zu unterrichten, zu schreiben und auch die Debatte schätzte er sehr als Methode, um die Fortschritte seiner Schüler auch intellektuell abzusichern. Er war wie ein Löwe mit todsicherem Angriff, mit dem Ziel jeden Anflug von Konzepten zu entlarven, und er machte dadurch das Erwachen der konzeptfreien Natur des Geistes möglich. |
| Wie seine Vorgänger kümmerte auch er sich um die Klausner, nicht nur spirituell, sondern auch in materieller Hinsicht. Tschamchä unterrichtete immer privat indem er sich hinter einem Vorhang befand, um so seine Klausur nicht aufheben zu müssen. Das brachte ihm den Namen "Tshamchä" (Klausner) ein. In dieser Art führte er liebevoll drei Jahre lang das Kloster von Rinchen Päl. 1286 ging Tshamchä Rinpoche in die Reinen Gefilde, sehr zur Trauer seiner Schüler. Es war wie ein düsteres Omen für die bewegten Zeiten, die langsam Drigung überschatteten. |
8. Drigung-pa - Chögoba Dorje Yesche (1223-1293; reg. 1286-1293) |
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Nub Dorje Yesche, genannt Chögoba Yesche, wurde im berühmten Nub-Klan geboren. Deshalb wurde er auch manchmal "Jo Nub" (Meister Nub) genannt. Schon als Kind fühlte er sich zur Religion hingezogen, mit 19 nahm er die Mönchsgelübde bei Chung Rinpoche, dem 5. Drigung-pa, der ihm seinen Dharma-Namen Dorje Yesche gab.Chung Rinpoche begann ihm die ganzen Lehren der Linie zu übertragen und nach seinem Tod kümmerte sich Thokhaba Rinpoche, der 6. Drigung-pa, um seine Ausbildung. 1286, nach dem frühen Dahinscheiden von Tshamchä Rinpoche, dem 7. Drigung-pa, befand Drigung sich in einer schwierigen Situation: zwar hatte der Bruder von Tshamchä Rinpoche einen Sohn, Anugyal, der wiederum seinerseits zwei Söhne, aber die beiden waren noch Kinder, und so war der Ratschlag der weltlichen Regierung, einen Thronfolger außerhalb des Kyura-Klans zu inthronisieren, obwohl so eine Wahl direkt den ausdrücklichen Anweisungen des Gründers widersprach. |
| Rinchen Päl hatte nämlich gewarnt und prophezeit, dass durch so ein Vorgehen Unheil auf Drigung fallen würde. Die Entscheidung des Rates, dessen Vorstand aus dem Kyura-Klan war, fiel auf Jo Nub Dorje Yesche. Er war bereits 63 Jahre alt und schien fähig, die Geschicke des Klosters so lange zu lenken, bis einer der beiden Enkel des Bruders von Tshamchä Rinpoche erwachsen genug wäre, um den Thron zu übernehmen. So wurde Jo Nub 1286 inthronisiert, aber die dunklen Wolken verdichteten sich jetzt über Drigung. Da Jo Nub nicht aus dem Kyura-Klan stammte, vermochte er nicht der weltlichen Linie des Kyura-Klan Vorhaben, die den Anweisungen des Liniengründers entgegenstanden, zu untersagen und so waren bald alle schlechten Vorzeichen vollständig. 1290 wurde das Kloster von den feindlichen Sakyas unter Hilfe der herbeigerufenen Mongolen in Brand gesteckt. Es wurden keine Gefangenen gemacht, Laien wie Mönche wurden an Ort und Stelle niedergemetzelt. Die sich im Gebäude versteckt hatten, wurden bei lebendigem Leib verbrannt. Nur die Verwirklichten, die das Fliegen beherrschten konnten dem Inferno entkommen. Drigung war ein einziger Aschehaufen! Nur 8.000 von 18.000 Mönchen und Yogis überlebten. Das waren die, die in die Berge geflüchtet waren und so für die mongolischen Reiter nicht zu erreichen gewesen waren. Jo Nub hatte in seinem Gefolge die beiden Söhne des Anugyal mit sich genommen. Sie fanden Zuflucht in Kong-po, wo die Drigung-pas große Klöster hatten. 1292 war ein Machtwechsel bei den Sakyas und man verurteilte den Überfall auf Drigung. Die Drigungs begannen ihr Stammkloster Jangchub Ling mit Hilfe großzügiger Spenden aus West-Tibet und auch der Sakyas wiederherzustellen, die, unter dem Einfluss des Kublai Khan, große Summen zur Verfügung stellten. 1293 starb Jo Nub, gerade als Drigung Thil wieder begann sich aus der Asche zu erheben, und die ersten Praktizierenden wieder die Praxis aufnahmen. |
9. Drigung-pa - Chu Nyipa Dorje Rinchen (1278-1314; reg. 1297-1314) |
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Dorje Rinchen wurde als Enkel des Anugyal, Bruder des Thokhaba Rinpoche, des 6. Drigung-pa, und des Tshamchä Rinpoche, des 7. Drigung-pa, geboren. In einer Biographie über den jetzigen Kyabgön Chungtshang Rinpoche wird Dorje Rinchen als eine seiner früheren Verkörperungen angeführt. Auch erkannte sein Großonkel väterlicherseits ihn als Wiedergeburt des Mahasiddha Saraha. 1290, als die große Katastrophe über Drigung hereinbrach, nahm der 8. Drigung-pa ihn mit auf seine Flucht nach Kong-po. 1292, als Dorje Rinchen bereits 15 Jahre alt war, wurde er eingeladen, Kong-po zu verlassen und nach Jangchub Ling zurückzukehren. Dort hatte man unterdessen in Rekordzeit einen neuen palastartigen Wohnsitz "Tshe'u Khathang" errichtet. Dieser lag nicht einmal einen Kilometer entfernt von den schwarzen Ruinen von Jangchub Ling. |
| 1297 nahm Dorje Rinchen die Mönchsgelübde und wurde danach in Jangchub Ling - nachdem der Thron vier Jahre leer gestanden hatte - als 9. Drigung-pa inthronisiert. 1297-1304 kümmerte er sich um den Wiederaufbau. Als man die vergrabene große Statue, die man den "Serkhang Chöje" (Dharma-Herr des Goldenen Hauses) nennt, suchte, rief sie aus dem Boden "Hier bin ich!". Und so kehrte der alte Glanz nach Jangchub Ling langsam wieder zurück. Dorje Rinchen legte neue Regeln für den Unterricht fest: eine Sommerperiode; eine Winterperiode; und Frühling / Herbst-Perioden. Im Sommer legte er den fünffachen Pfad zu Mahamudra dar und führte die Schüler zur Realisation der Natur des Geistes. Im Winter unterrichtete er auf der großen Terrasse vor dem Serkhang - nur mit einem weißen Baumwolltuch bekleidet - die 6 Yogas des Naropa. In den Zwischenperioden, Frühjahr und Herbst, gab er die klassischen Belehrungen der Linie, das Drigung-Kabum. 1314, am 12. Tag des tibetischen Kalenders, setzte sich Dorje Rinchen zur letzten Meditation und ging in die Reinen Gefilde. Man nannte ihn im Nachhinein Chunyi-pa (Zwölfer), weil er am 12. Tag des Monats Nag-Dawa (Ende April 1314) sein Körper-Mandala auflöste. |
10. Drigung-pa - Dorje Gyalpo; genannt: Nyiergyäpa Rinpoche |
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Dorje Gyalpo wurde am 25. Juli 1284 geboren. So wie sein Bruder Chunyi-pa, der 9. Drigung-pa, als Vorläufer des späteren Chungtshang Rinpoche gilt, rechnet man Dorje Gyalpo als Vor-Inkarnation der Chetshang Rinpoches. 1290, bei der großen Flucht aus Drigung, wurde er von seinem Tutor Yogi Atse (1256-1312) nach Kong-po getragen. 1296 kam er nach Drigung Thil zurück, wo sein Bruder gerade voll mit dem Wiederaufbau beschäftigt war. 1300 zog sich der 16-jährige Dorje Gyalpo in eine kleine Höhle oberhalb von Tedröm zurück, die ihre eigene Quelle hatte. Dort hatte angeblich schon Guru Rinpoche meditiert.
Danach bezog er eine noch verstecktere Höhle mit dem Beinamen Yang Dzong Phug. Nyier-gyä-pa, Dorje Gyalpo, öffnete verborgene Plätze und hob Erdschätze, aber als die Schutzgottheiten ihn baten einen so genannten Geist-Schatz zu heben, lehnte er, da er die Zeit als noch nicht reif dafür empfand. |
| 1313 kam Dorje Gyalpo nach Tedröm zurück, um nahe dem Juwelen-Pass eine Eremitage zu errichten, in der er dann meditierte. Später erweiterte er die Klause zu einem Retreat-Zentrum. Als ihn 1334 die traurige Nachricht vom Ableben seines Bruders erreichte und ihn die geistlichen Würdenträger eindringlich baten, sein Adlernest zu verlassen, um als 10. Drigung-pa inthronisiert zu werden, ging er nach Drigung Thil. Er bat um die vollen Mönchsgelübde und setzte das Werk seines Bruders fort. 1335 gründete er Yamari, 2km über der Straße von Drigung nach Medro Gunkar gelegen. Er hielt sich an das Unterrichtsprogramm, jedoch zog er es vor - wie schon sein Großonkel Tschamchä Rinpoche (1238-1286), der 7. Drigung-pa, im Retreat zu bleiben und nur durch eine kleine Öffnung zu unterrichten. Auch er schickte die Schüler zu den heiligen Retreat-Plätzen Kailasch, Lapchi und Tsari. 1350 brach Dorje Gyalpo, in seiner letzten Meditation von seiner Residenz Taschijong, im Alter von 70 Jahren, am 28. Tag des Sommermonats (ungf. Mitte Juli), zum Reinen Land Dewa Chen auf. Und so nannte ihn die Nachwelt Nyier-gyä-pa, "Achtundzwanziger", so wie sein älterer Bruder als Chunyi-pa ("Zwölfer") in die Geschichte einging. |
11. Drigung-pa - Nyiernyipa Chökyi Gyalpo (1334-1407; reg. 1350-1407) |
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Chökyi Gyalpo wurde als Sohn von Kunga Gyaltshen (1294-1364), dem jüngeren Bruder von Chunyi-pa (1278-1314) und Nyiergyä-pa (1284-1350), geboren. Ab 1344 begann sein Onkel der 10. Drigung-pa, ihm alle Belehrungen zu geben, so wie man ein Gefäß in das andere gießt. Nach dem Tod des Onkels 1350, leitete Chökyi Gyalpo die Trauerfeierlichkeiten. Einige Monate danach wurde er zum 11. Drigung-pa inthronisiert. Obwohl er erst 17 Jahre alt war, begann er sofort zu unterrichten und zeigte dabei seine Verwirklichung. 1353 nahm er dann die vollen Mönchsgelübde. Politisch befand man sich in einer unruhigen Zeit, aber trotz der misslichen Umstände trachtete Chökyi Gyalpo die Kontinuität der Belehrungen nicht zu unterbrechen. Auf Grund verschiedener Begebenheiten erkannte man im Laufe seiner Regentschaft, dass er eine Wiederverkörperung des Tilopa sei und so auch eine Inkarnation des Chung Rinpoche, des 5. Drigung-pa (1210-1278), der ebenfalls als eine Verkörperung des Tilopa gilt. 1370 besuchte Chökyi Gyalpo den Jokhang in Lhasa. |
| Als er vor der heiligsten Statue dem Jowo seine Verehrung bezeugte, nahm er eine wertvolle Butterlampe, die dort stand, und sagte:"...die habe ich als Chung Sönam Dragpa gegeben." Und tatsächlich wird von Chung Rinpoche berichtet, er habe im Jokhang eine Butterlampe als Gabe dargebracht und dazu gesagt: "Ich werde wiederkommen!" 1373 kam Je Tsonkhapa Lobsang Dragpa (1357-1419) nach Drigung Thil. Unter anderem erhielt er die Langlebenseinweihung, die von Rechung-pa aus Indien mitgebracht an Milarepa weitergegeben und von da an durch die ganze Kagyud-Linie ungebrochen erhalten worden war. 1384 ließ der 11. Drigung-pa die neu durchgesehene Fassung des Tanjur für das Kloster kopieren. Diese umfasste mehr als 200 Bände. Auch ließ er die Biographien seiner Vorgänger abschreiben; diese bildeten wiederum die Grundlage zum Ser-threng, der hier vorliegenden Biographiensammlung. 1395 / 96 empfand Chökyi Gyalpo, dass es nun an der Zeit wäre sich zurückzuziehen. Er dankte ab zu Gunsten das Chö Je Döndrub Gyalpo und zog sich nach Tedröm zurück. Es gibt viele Geschichten von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten, auch hatte er die Gabe der Voraussicht und konnte so Menschen vor Unheil bewahren. Unter anderem schrieb er einen Kommentar zu dem Fünffachen Pfad zu Mahamudra und den 6 Yogas des Naropa und hinterließ auch Vajragesänge. 1407, nachdem er im Palast Tse'u Khathang sein religiöses Testament gemacht hatte, zog er sich nach Lhun-po zurück und ging am 22. Tag des Herbstmonats, also Ende September, in die Reinen Gefilde ein. Darum nennt man ihn wie seine beiden Vorgänger nach dem Todestag, also "Nyiernyi-pa". Nach der Verbrennung fand man viele Reliquien, die seinem Wunsch gemäß nach Gyang Drag Gön am Fuße des Kailasch gebracht und in der Halle des Klosters in einer goldenen Vase aufgestellt wurden. |
12. Drigung-pa - Koschir Döndrub Gyalpo (1369-1427; reg. 1396-1424) |
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Döndrub Gyalpo hatte in früher Kindheit klare Erinnerungen an vorangegangene Leben. So konnte er klar die Lebensumstände des Siddha Virupa angeben, dessen Wiederverkörperung er war. Die Umgebung befürchtete, dass mit ihm die Linie erlöschen könnte, und so drängte man ihn zur Heirat. 1394 verband er sich mit einem sehr liebenswerten Mädchen und wirklich gebar sie ihm 1395 einen Sohn. Der Knabe wurde Wam genannt. Danach aber empfand Döndrub Gyalpo seine weltlichen Verpflichtungen als erfüllt und nahm die vollen Mönchsgelübde. 1396 folgte er seinem Onkel und Wurzel-Lama auf den Thron nach. 1404 erhielt Döndrub Gyalpo vom chinesischen Ming-Kaiser den Titel "Koshir", was gleichbedeutend ist mit "Herr der Nation". 1416 unternahm Döndrub Gyalpo eine Pilgerreise und als 1419 zurückkehrte, musste er zu seinem großen Bedauern feststellen, dass die Kräfte der Opposition, die ihn zum Weggehen bewogen hatten, noch immer am Werk waren. |
| Er machte darauf erneut eine Pilgerreise, diesmal nach Lhasa. Dort hinterließ er Hand- und Fußabdruck in einem Steinbrocken und pflanzte schließlich seinen Gehstock hinein, der zu einer fünffärbigen Blume erblühte. Diese Wunder waren noch 300 Jahre danach zu bewundern. Auf dem Heimweg gab er Belehrungen in der Festung Tagtse. Da erschienen Adler und diese verweilten während der ganzen Belehrung. Erst als diese abgeschlossen war, schwangen sie sich wieder in die Lüfte und segelten fast lautlos in die Weite des Raumes. 1427, kurz nach seinem 59. Geburtstag ging Döndrub Gyalpo in die Reinen Gefilde ein. |
13. Drigung-pa - Dagpo Wam Rinchen Wangyal (1395-...; reg. 1427-1427) |
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Dag-po Wam wurde 1395 als einziger Sohn des Koshir Döndrub Gyalpo (1369-1427) geboren. Seine Mutter wurde als Verkörperung einer Dakini verehrt. 1421, nachdem die "ältere" Kyura-Linie, die sich von Khenpo Darma (1115-1178), dem Onkel von Jigten Sumgön, ableitete, mit dem Gouverneur Kunga Rinchen (1288-1359) erloschen war, musste Dag-po Wam, der einzige Sohn der "jüngeren" Kyura-Linie, die sich vom jüngeren Onkel von Jigten Sumgön, Könchog Rinchen, ableitete, genauso wie sein Vater, zuerst einmal heiraten, um für Nachfolge zu sorgen. Dag-po Wam nahm das von seinem Vater für ihn auserwählte Mädchen, und wirklich schenkte sie ihm bald darauf einen Sohn, der Chögyal Rinchen Päl Sangpo genannt wurde. Seit seinem 20. Lebensjahr erfüllte Dag-po Wam die Aufgaben der weltlichen Regierung des Fürstentums Drigung und somit musste er 1422 Drigung auch in die Schlacht führen. Er siegte mit seinen Schwadronen, die die Gelugs vernichtend schlugen. |
| Das Schlachtfeld war übersät mit Leichen. Dag-po Wam übermannte ein Schock. Mit gebrochener Stimme rief er eine Selbstanklage in die stille Weite des Himmels. Dann verstummte er, um von nun an zu schweigen. Er legte alle Gouverneurspflichten zurück und bat seinen Vater um die Mönchsgelübde und zog sich in Klausur zurück. 1427 aber, nach dem Tod seines Vaters, vollzog man seine Inthronisation ohne auf sein Schweigen zu achten. Jedoch sechs Monate danach täuschte er die wachsamen Augen seiner Umgebung und flüchtete aus Drigung in Richtung Norden. Es heißt er habe die große chinesische Mauer erreicht und praktiziere nun dort und unterrichte auch heute noch die, die genügend Verdienst angesammelt haben um ihn zu sehen. |
14. Drigung-pa - Chögyel Rinchen Päl Sangpo (1421-1464; reg. 1436-1464) |
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Rinchen Päl Sangpo war der einzige Sohn von Dag-po Wam. Schon im Alter von fünf Jahren empfing er an Stelle seines Vaters Delegationen und Abgesandte, und alle waren beeindruckt von dem kleinen Prinzen, von seinem Wissen, das so gar nicht seinem Alter entsprach. 1427, nach dem Tod des Großvaters und der Flucht des Vaters wurde er sehr krank. Aber das Kind selbst gab Anweisungen zu seiner Heilung: welche Gebete gesprochen werden müssten und eine Art Akupunktur seines Schattens. Wirklich wurde er wieder gesund. 1436 bestieg er den Thron als 14. Drigung-pa. Nachdem er der einzige männliche Erbe des Kyura-Klans war, musste er spirituelle und weltliche Leitung in seiner Person vereinen.
Rinchen Päl Sangpo hatte eine spezielle Art zu unterrichten: er hatte die Angewohnheit, seine Ausführungen mit Scherzen aufzulockern. Um die religiöse Atmosphäre wieder herzustellen, endete er immer mit der Rezitation des Sechssilben-Mantas OM MANI PADME HUM. 1448 beschloss Rinchen Päl Sangpo zu heiraten. |
| Er nahm eine Tochter des Königs von Guge zur Frau, und wirklich schenkte sie ihm eine Sohn: Rinchen Chökyi Gyalpo (1448-1504). Aber noch während der Schwangerschaft seiner jungen Frau, vermählte er sich mit einem anderen, mit guten Vorzeichen versehenen Mädchen, Sönam Dölma aus dem Garlung-Klan. Auch sie schenkte einem Sohn das Leben: Rinchen Chökyi Gyaltshen (1449-1484), dem späteren 15. Drigung-pa. So waren in einem Jahr zwei Erben geboren, und diese Tatsache rief in Drigung große Freude hervor. Rinchen Päl Sangpo war der Politik sehr müde, aber man erlaubte ihm nicht sich zurückzuziehen, da seine Söhne erst sieben und acht Jahre alt waren. Im November 1464, am Guru Rinpoche-Tag setzte er sich so wie immer zur Meditation hin und fiel in tiefe Versenkung. Draußen begann ein Schneetreiben - die Erde erbebte viermal und die Weite des Raumes begrüßte den erwachten Geist, der zurückkehrte. |
15. Drigung-pa - Rinchen Chökyi Gyaltshen (1449-1484; reg. 1469-1484) |
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Bei der Geburt von Rinchen Chökyi Gyaltshen fanden ganz außergewöhnliche Naturschauspiele statt. Bald erkannte seine Umgebung, dass er eine Emanation des Vajrapani war. Da sein um ein halbes Jahr älterer Halbbruder den Thron nicht besteigen wollte, wurde Rinchen Chökyi Gyaltshen 20-jährig zum 15. Drigung-pa inthronisiert. 1471 bat man ihn von offizieller Seite, seine Novizengelübde zurückzugeben und eine Heirat zum Wohle des Kyura-Klans einzugehen. Er vermählte sich mit einer Cousine mütterlicherseits aus dem Garlung-Klan, die ihm drei Söhne und eine ganz außergewöhnlich schöne Tochter schenkte. Die weltliche Regierung von Drigung suchte überall Allianzen, und so wandte sich Rinchen Chökyi Gyaltshen nach Phagdru, um eine Prinzessin königlicher Abstammung aus dem Hause Ne'u-dong zu seiner zweiten Frau zu nehmen. |
| Auch aus dieser Verbindung entstanden Kinder. Die Politische Situation in Zentral-Tibet war sehr gespannt. Rinchen Chökyi Gyaltshen schien der blutigen Auseinandersetzungen innerhalb der buddhistischen Schulen sehr müde zu sein. Nachdem er seinen Kindern den Segen erteilt hatte - Mitte Mai des Jahres 1484 - zog er sich in die Reinen Gefilde zurück. Da das Drigung-Gebiet zu dieser Zeit unter einer großen Dürre litt, hatte er Anweisungen gegeben, dass man seine Asche über die Felder streuen sollte. Und wirklich kam es in diesem Jahr wieder zu einer vorzüglichen Ernte. |
16. Drigung-pa - Gyalwa Kunga Rinchen (1475-1527; reg. 1494-1527) |
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1475 verkörperte sich zum Wohle der Wesen Rinchen Päl noch einmal - in der Gestalt von Gyalwa Kunga Rinchen. Seine Mutter stammte aus dem Garlung-Klan und sein Vater war der 15. Drigung-pa. Kunga Rinchen war erst neun Jahre alt als sein Vater verstarb. Sein Onkel väterlicherseits, Chökyi Gyalpo (1448-1504) übertrug ihm die vollständigen Linien-Lehren und gab ihm die notwendigen Unterweisungen.1417, mit 17 Jahren nahm er die Novizengelübde und bekam den Namen Kunga Rinchen. Danach zog er sich ins Retreat zurück. 1494 nahm Kunga Rinchen die vollen Mönchsgelübde und wurde dann auch offiziell inthronisiert. Durch die Kriege waren die Belehrungen zu kurz gekommen, er bemühte sich nun diesen Mangel wieder auszugleichen, aber auch Bautätigkeiten in Jangchub Ling und Umgebung wurden wieder verstärkt. Der Zustrom der Praktikanten war so groß, dass Kunga Rinchen die Klausner verstärkt an die heiligen drei Plätze Kailasch, Lapchi und Tsari schickte. |
| 1521, bedrohte ein neuer Krieg das Drigung-Gebiet. Aber Kunga Rinchen ließ sich nicht in seinen Tätigkeiten beirren. Miwang Gönpo, der weltliche Gouverneur von Drigung, erhob sich unterdessen auf dem Schlachtfeld wie der vierarmige Yeshe Gönpo selbst. Ferner erzählte ein junger Soldat der feindlichen Truppen, er habe die Schützerin von Drigung - Achi Chökyi Dölma - den Drigung-Truppen voranreiten gesehen. 1523 versammelte Kunga Rinchen 400 Kopisten, um eine neue Kopie des Kanjur herstellen zu lassen. 1526 fand erneut eine kriegerische Auseinandersetzung statt, und es wird erzählt, dass das Land noch nach drei Generationen von den Geistern der Getöteten heimgesucht wurde, trotz der immer wieder abgehaltenen Gebete in den Klöstern. Ende November 1527, bei Sonnenaufgang, verließ Kunga Rinchen in seinem 52. Lebensjahr die irdische Dimension. Seine Hülle wurde noch ein Jahr im Palast Tshe'u Khathang aufbewahrt. Während der Zeit, die sein Köper brauchte um zu mumifizieren entstanden immer wieder von selbst Reliquien. Diese wurden dann gesammelt und in einer goldenen Vase nach Gyang Drag Gön gebracht und in der Halle aufgestellt. |
17. Drigung-pa - Gyalwang Rinchen Phüntshog (1509-1557; reg. 1528-1534) |
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Er wurde als Sohn des jüngeren Bruders des großen Kunga Rinchen (14175-1527) geboren. Dieser hatte bereits vor der Geburt verkündet, dass das Kind die Wiederverkörperung des Wissenshalters Humkaravajra sei. Mit neun Jahren nahm er die Novizengelübde wobei er den Namen Rinchen Phüntshog annahm. 1518 begleitete er seinen Onkel auf einer Reise, zum 4. Sharmapa Chökyi Dragpa in sein neues Kloster in die Nähe von Lhasa. Rinchen Phüntshog blieb dann drei Jahre in der Region und studierte unter verschiedenen Meistern. 1521 brachen erneut Kriege in der Provinz aus, so dass man ihn nach Jangchub Ling in Sicherheit brachte. Kurz danach brach er wieder auf zum 4. Sharmapa und begleitete ihn auf eine Pilgerreise nach Nepal und Indien. 1527 verstarb der Onkel und Rinchen Phüntshog stand den Trauerfeierlichkeiten vor. Während der ganzen zehn Tage konnte man fünffarbiges Licht wahrnehmen, das aus dem Verstorbenen entwich und sich im Herzen von Rinchen Phüntshog wieder sammelte. |
| Mit 19, dem vorgeschriebenen Alter, nahm er dann die Mönchsgelübde und ging danach ins Retreat. Als er herauskam, wurde er dann in Jangchub Ling als 17. Thronhalter inthronisiert. Sein öffentlicher Unterricht folgte dem alten Schema: Fünffacher Pfad im Sommer; Sechs Yoga des Naropa im Winter. Obwohl es Prophezeiungen gab, dass er nur solange leben werde, als er sein Haar lang behielte, gab er dem allgemeinen Druck des Klerus nach, und rasierte sich das Haar ab. Kurz darauf wurde er sehr krank. Guru Rinpoche erschien ihm und riet, den ganzen Kanjur lesen zu lassen, 100-Tshog Pujas zu Ehren von Dorje Phagmo zu machen und Gebete an die Dharma-Schützer zu richten. "Wenn Du Dein Haar lang trägst, wirst Du günstige Umstände schaffen" sagte er. Also zog sich Rinchen Phüntshog sofort in die Große Versammlungshalle von Tedröm unterhalb der Höhle von Guru Rinpoche zurück, um alles durchzuführen. Darauf eröffnete er die Höhle Kiri Yang Dzong, die vom 10. Drigung-pa (1284-1350) versiegelt worden war. 1534 verzichtete er auf Drängen seines Cousins auf den Thron, und dessen Sohn Rinchen Namgyal (1519-1576) wurde darauf als 18. Drigung-pa inthronisiert. Er hingegen konnte nun die Haare lang wachsen lassen und lebte in Klausur. Er erkannte aber die Wichtigkeit der Sangha und gründete "Yangrigar", ein Kloster nahe von Yamari. Um die Gelder dafür aufzustellen, unterrichtete er in verschiedenen Klöstern. Er konsekrierte den Boden des Klosters Yangrigar mit den Tänzen, die er in einer Vision im reinen Land des Guru Rinpoche gesehen hatte. Er unterrichtete auch den unterdessen 12 Jahre alt gewordenen 5. Sharmapa. Immer wieder verspürte er den inneren Ruf, er möge noch einen Schatz heben. Im September 1538 ging er nach Sho Tidro zurück und zog am 25. Tag des Mondkalenders - am Dakini Tag - in der Yangdzong Namkhai Phug (Weite Zitadelle, Höhle des Himmels) - Rollen hervor, auf denen das Gong-pa Yang Zab geschrieben stand. Als Tertön (Schatzfinder) führte der Große 17. den Namen Senge Namchag Mebar (Flammender Meteoriteisen Löwe). 1542 war er mit der Redaktion der gehobenen Texte fertig. 1544 wurde er in die Mongolei eingeladen und blieb dort ein Jahr. 1546, um die Prophezeiungen Guru Rinpoches zu erfüllen, nahm er Rigdzin Butri zur Frau und 1547 gebar sie ihm einen Sohn: Chögyal Phüntshog (1547-1602). 1557 verließ er unerwartet das Drigung-Gebiet und ging nach Lhodrag, wo einst der Vater aller Kagyud-Traditionen, Marpa Lotsawa, sein Anwesen gehabt hatte. Dort verfasste er dann sein spirituelles Testament und im Wundermonat Mai begann er sein Körpermandala aufzulösen. Auf seinen Wunsch wurde sein Tod drei Jahre lang geheim gehalten, und es herrschte Frieden, da man noch immer seine Magie fürchtete. Danach wurde der mumifizierte Körper nach Jangchub Ling gebracht und unter großen Zeremonien in einen Stupa eingeschlossen, der im Khangsar Yangön aufgestellt wurde, wo er einst Retreat gemacht hatte. |
18. Drigung-pa - Rinchen Namgyal (1519-1576; reg. 1534-1565) |
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Schon im Alter von drei Jahren teilte er mit, dass er eine Wiederverkörperung des großen Gelehrten Kamalashila (738-798) aus Nalanda (Indien) sei. 1532, bat der Fünfjährige den Cousin seines Vaters, Rinchen Phüntshog (1509-1557), ihm die Novizengelübde zu geben. Was auch geschah. Mit 25 übertrug ihm Rinchen Phüntshog die Belehrungen der gesamten Drigung-Linie und auch den Dzog-Chen Schatztext, den er gehoben hatte, Gong-pa Yang Zab.1565 begann Sönam Pälgyi Gyaltshen zu unterrichten und im Winter, nach der Abdankung seines älteren Bruders, wurde er als 19. Drigung-pa inthronisiert. Er kümmerte sich gewissenhaft um die Ausbildung der Mönche, Yogis und Laienanhänger. Im Winter 1570 wurde krank, aber Ärzte konnten nichts für ihn tun, da er nur von seiner nächsten Inkarnation sprach, und ihre Hilfe gar nicht wollte. 1570 starb sein jüngerer Bruder und so setzte er seinen Halbbruder, den Sohn seines Vaters aus zweiter Ehe mit einer Mongolin, auf den Thron. 1576 starb Rinchen Namgyal. |
| Nach der Verbrennung seines Körpers fand man unzählige Reliquien, die teilweise nach Gyang Drag Gön gebracht wurden. |
19. Drigung-pa - Sönam Pälgyi Gyaltshen (1527-1570; reg. 1565-1570) |
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Schon im Alter von drei Jahren teilte er mit, dass er eine Wiederverkörperung des großen Gelehrten Kamalashila (738-798) aus Nalanda (Indien) sei. 1532, bat der Fünfjährige den Cousin seines Vaters, Rinchen Phüntshog (1509-1557), ihm die Novizengelübde zu geben. Was auch geschah. Mit 25 übertrug ihm Rinchen Phüntshog die Belehrungen der gesamten Drigung-Linie und auch den Dzog-Chen Schatztext, den er gehoben hatte, Gong-pa Yang Zab.1565 begann Sönam Pälgyi Gyaltshen zu unterrichten und im Winter, nach der Abdankung seines älteren Bruders, wurde er als 19. Drigung-pa inthronisiert. Er kümmerte sich gewissenhaft um die Ausbildung der Mönche, Yogis und Laienanhänger. Im Winter 1570 wurde krank, aber Ärzte konnten nichts für ihn tun, da er nur von seiner nächsten Inkarnation sprach, und ihre Hilfe gar nicht wollte. |
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20. Drigung-pa - Tschoglä Namgyal (1557-1579; reg. 1570-1579) |
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Er galt als die Inkarnation des großen Übersetzers Butön aus Shalu. Als er sieben Jahre alt war erhielt er die ersten Gelübde von seinen Halbrüdern Rinchen Namgyal (1519-1576) und dem gerade inthronisierten Sönam Pälgyi Gyaltshen und sie gaben ihm den Namen Tschoglä Namgyal. Kurz nach dem Tod seines Halbbruders, wurde er, obwohl er erst 13 Jahre alt war, als 20. Drigung-pa inthronisiert. 1573, also mit 16 Jahren, wurde er mit einer jungen Aristokratin, die alle segensbringenden Zeichen aufwies, verheiratet und sie schenkte ihm nach einem Jahr einen Erben. In der vierten Generation nach ihm jedoch erlosch die Hoffnung der Kyura-Linie als Blutlinie weiter zu bestehen, und man ging zum Tulku-System über. Tschoglä Namgyal kümmerte sich pflichtbewusst um notwendige Renovierungen, aber schon 1579, im Alter von nur 21 Jahren, verstarb er. |
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21. Drigung-pa - Chögyal Phüntshog Tashi (1547-1602; reg. 1582-1602) |
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Er war der ersehnte Erbe Rinchen Gyalwang Phüntshogs. In seiner Kindheit hatte er keine Schwierigkeiten mit dem Studium. In der Burg von Trolung übertrug ihm sein Vater alle Texte und Übungen der Drigung-Linie, ebenso wie den Zyklus der alten und neuen Tantras. Nicht lange danach erreichte Mutter und Sohn die Nachricht der schweren Erkrankung des 17. Drigung-pas und so begaben sie sich nach Lhodrag. Der Tod des Vaters war für den Kleinen eine tiefe Belehrung der Vergänglichkeit. Chögyal Tashi Phüntshog begann mit intensiver Yamantaka-Praxis, die ihm sein Vater als Letztes übertragen hatte. Mit 13 Jahren nahm er die Novizengelübde. Er stand den Trauerfeierlichkeiten für seinen verstorbenen Vater vor und kurz danach denen seiner Mutter. Er unterrichtete in verschiedenen Plätzen, er begeisterte die Bevölkerung durch seine Belehrungen, Hand und Fußabdrücke und Rituale um die magere Ernte zu verbessern. |
| Und weil der Erfolg prompt eintrat schätzte man ihn sehr. 1573 heiratete er die Tochter des Provinzgouverneurs von Ngaphö Ache Yang Khung (1574-1628) die vier Söhne zur Welt brachte. Der Älteste hieß Tashi Phüntshog. Dieser wurde der 22. Drigung-pa. Sein zweiter Sohn wurde als Wiedergeburt des 5. Sharmapa (1584-1630) erkannt; der dritte Sohn, Könchog Rinchen (1590-1655) genannt, war der erste Chetshang Rinpoche und der vierte Sohn Chökyi Dragpa, der erste Chungtshang Rinpoche (1595-1659). Auf die dringenden Bitten des Klerus und auch eines Teils des weltlichen Klans nahm Chögyal Phüntshog 1582 dann den Thron von Drigung als 21. Drigung-pa an. Er unterrichtete, gab Einweihungen und verfügte über Siddhis. 1596 wurde er genauso wie sein Vater schon in die Mongolei eingeladen, wo ihm tiefe Verehrung entgegengebracht wurde. Weil die politische Lage unsicher war, baute er, zurück in Drigung, auf Bitten seiner Schüler, das Adlernest am Zusammentreffen der beiden Täler Lungshö und Chölung, zu der Zitadelle "Dzongsar Tashi" aus. Dies wurde später der Sommersitz aller zukünftigen Hierarchen. Anfang Oktober setzte sich Chögyal Phüntshog Tashi zur letzten Meditation. Nach seinem Tod verspürte man aber noch einige Tage Wärme über der Herzgrube. Der Körper wurde erst ein Jahr danach verbrannt und die Reliquien: Herz, Augen und Zunge, teilweise nach Gyang Drag Gön gebracht. |
22. Drigung-pa - Naro Nyipa Tashi (1575-1628; reg. 1603-1615) |
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Er galt als die Wiederverkörperung des Mahasiddha Naropa (992-1076). Mit sieben Jahren nahm er die ersten Gelübde und studierte sehr eifrig. Schon sehr früh begann er Belehrungen in Vertretung seines Vaters zu geben. Er heiratete und seine Frau schenkte ihm einen Sohn, Tenpai Norbu (1601-1624). 1602 starb sein Vater, der 21. Drigung-pa, und Naro Tashi Phüntshog war nun das Familienoberhaupt. Er wurde als 22. Drigung-pa inthronisiert. 1605 eskalierte die politische Lage. Schließ drangen mongolische Truppen bis unter die Festung Tashi Dzong ein, während oben in der Festung Rituale zur Befriedung gemacht wurden. Schließlich siegten die Drigung-Truppen. 1609 ernannte Naro Tashi Phüntshog seinen jüngeren Bruder, Könchog Rinchen zum Khenpo und entsandte ihn als seinen Vertreter in die Klöster nach Kham (Ost-Tibet). 1614 ernannte er seinen jüngsten Bruder Chökyi Dragpa zum Khenpo. Danach nahm er die Einladung an in die Mongolei zu reisen, dort gab er zahlreiche Unterweisungen und Einweihungen. |
| 1615, nach seiner Rückkehr, erklärte er öffentlich seinen Rücktritt und übergab den Thron an seinen jüngeren Bruder Könchog Rinchen (1590-1655). 1634 starb Tenpai Norbu sein einziger Sohn. Er war die Hoffnung der Linie gewesen und hatte bereits alle Übertragungen bekommen. 1625 reiste Naro Tashi Phüntshog noch einmal in die Mongolei. Er starb dort 1628 eines natürlichen Todes, im Alter von 52 Jahren. Es war nicht leicht seine sterblichen Überreste nach Drigung zu bringen, da die Mongolen den Leichnam nicht hergeben wollten. So wurde ein Schafskadaver in Rinpoches kostbaren Mantel eingehüllt verbrannt und es blieben für die Mongolen beeindruckende Reliquien zurück. Der echte Körper wurde nach Drigung Thil gebracht und dort verbrannt und die Reliquien nach Gyang Drag Gön gebracht. Naro Nyipa hingegen hatte schon eine Wiedergeburt als Sohn eines seiner devotesten Schüler in der Mongolei angenommen. Er wurde bekannt als Khedrub Naro Benchen (1629?-1681). |
23. Drigung-pa - Shabdrung Tertön Könchog Rinchen;
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. Chetshang Rinpoche (1590-1655; reg. 1615-1625) |
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Rinpoche war der dritte Sohn vom Chögyal Tashi Phüntshog (1547-1602) und Ache Yang Khung (1554?-1606). Mit vier Jahren bereits studierte er Sutra und Tantra und mit acht Jahren bat er seinen Vater um die Gelübde, damit es ihm erlaubt wäre Roben zu tragen. Sein Vater gewährte sie ihm und gab ihm den Namen Könchog Rinchen. Als sein Vater in die Reinen Gefilde einging war er erst zwölf Jahre alt, trotzdem stand er den Trauerfeierlichkeiten vor. 1604 reiste Könchog Rinchen nach Amdo (Nord-Ost-tibet). Als er nach Drigung zurückkam, nahm er die Novizen-Gelübde. 1607 ging er in Klausur um das Gong-pa Yang Zab zu realisieren, den Schatztext den sein Großvater Rinchen Phüntshog 1538 gehoben hatte. Mit 18 Jahren nahm er dann die vollen Mönchsgelübde. Danach zog er sich erneut zurück. In einer klaren Vision übertrug ihm Guru Rinpoche einen Schatztext mit dem Titel: "Himmelsvision des Preisliedes der Himmelsgeherin" und Dorje Legpa übergab ihm eine Papierrolle mit den Worten: "Diese Texte werden Dir übergeben im Auftrag der Großen Mutter (Yeshe Tshogyal) im Palast des Lotuslichtes, auf dem glorreichen Kupferberg." |
| Dieser Schatztext war der des Meisters in vier Körpern. Auch Milarepa erschien ihm und übertrug geheime Belehrungen. 1609 erlangte er als Auszeichnung für seine exzellenten Studien den Titel Khenpo und wurde von seinem älteren Bruder als sein Vertreter nach Kham (Ost-Tibet) geschickt. Zurück in Drigung, ging er ins Retreat, bis ihn 1615 sein Bruder bat den Thron zu übernehmen. Er reiste sehr viel, gab Belehrungen und Einweihungen, ließ Statuen anfertigen und gründete neue Retreat-Zentren. Die politische Lage war sehr gespannt und es gelang Chetsang Rinpoche nicht die feindlichen Parteien zu versöhnen. 1640 drangen die Quoshot-Mongolen bis nach Drigung, aber aus Angst vor einem Gegenschlag zogen sie sich dann doch zurück. Chetsang Rinpoche übersiedelte darauf nach Trolung, das er ausbauen ließ. Chetsang Rinpoche erstellte unter anderem den Text: "Mögü Sogkhor", der die vier Stufen der direkten Erfahrung der vier Körper eines Gurus erläutert. Im Januar 1655 starb Könchog Rinchen. Die Trauerfeierlichkeiten wurden von seinem jüngeren Bruder abgehalten. |
24. Drigung-pa - Rigdzin Chökyi Dragpa;
1. Chungtshang Rinpoche (1595-1659; reg. 1626-1659) |
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Er galt als die Inkarnation seines Großvaters Rinchen Phüntshog (1509-1557) und wird zusätzlich als dreifache Emanation aufgefasst: 1.als Wiedergeburt des Liniengründers Rinchen Päl (1143-1217); 2.als Geist-Emanation des Guru Rinpoche und 3. von dessen Herzensschüler Mune-Tsen-po (765-799), Sohn und Nachfolger des Dharma-Königs Thrisong-Detsen (742-797). 1611 nahm er die Mönchsgelübde und zog sich ins Retreat zurück. 1612 machte er eine Reise nach West-Tibet und zum Berg Kailasch, wo er im Kloster Gyang Drag Gön Belehrungen gab. 1613 reiste er nach Kham, wo er tibetische Medizin studierte. 1617 machte er eine zweite Pilgerreise zum Kailasch und danach nochmals nach Ost-Tibet. 1625 unternahm er eine Pilgerreise nach Tsari. 1626, baten ihn seine Brüder den Thron von Drigung zu übernehmen, und er wurde als 24. Drigung-pa inthronisiert. |
| Im Alter von 32, 1627, entschloss er sich - gegen seine eigentliche Überzeugung - eine Frau zu nehmen, um für die Nachkommenschaft des Kyura-Klans zu sorgen. Er heiratete eine Schwester des Königs von Tsang, Chamdrung (1609?-1661). Er ließ von 110 Kopisten eine Abschrift des Kanjur, sowie eine Zusammenstellung der Muttertantren anfertigen. Chungtshang Rinpoche begann Texte neu zu bearbeiten, schrieb viele Kommentare. Aber während dieser unbeschreiblichen Aktivitäten auf dem Sektor der Bewahrung der Lehre der Drigungs, verloren diese auf der politischen Ebene mehr als die Hälfte ihrer Klöster auf Grund der politischen Wirren im Land. 1645, trennte er sich von seiner Frau mit ihrem Einverständnis, da nach 18 Jahren Ehe keine Nachkommenschaft gekommen war. 1649 ließ Chungtshang Rinpoche "Goldene Baldachine" an den vier Ecken des Tashi Gomang Lhakhang anbringen, um von Drigung Unheil abzuwenden. 1658 verkündete Chungtshang Rinpoche offiziell die Entdeckung des Thinle Sangpo (1656-1718), Wiedergeburt seines verstorbenen älteren Bruders. Er begab sich mit dem kleinen Chetshang Rinpoche nach Lhasa, denn es war ihm wichtig, dass er den Kleinen dem 5. Dalai Lama vorstellen konnte, was auch geschah. Im selben Jahr verfasste Chungtshang Rinpoche ein Kommentar zum Schatztext Gong-pa Yang Zab. Überall in der Natur zeigten sich Zeichen, Bäume blühten mitten im Winter, Regenbögen erschienen. Im Januar wurde Chökyi Dragpa krank, trotz aller lebensverlängernden Rituale, verließ er am 3. Februar 1659 seinen Körper. |
25. Drigung-pa - Könchog Thrinle Sangpo;
2. Chetshang Rinpoche (1656-1718; reg. 1661-1718) |
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Chungtshang Rinpoche hatte zwei seiner Vertrauten ausgeschickt - mit einer Beschreibung des Platzes der Wiedergeburt seines verstorbenen älteren Bruders, den er in einer Vision gesehen hatte. Und wirklich konnten die beiden das Kind finden. Könchog Thinle Sangpo wurde 1659 nach Drigung Thil geholt. Kurz darauf verstarb Chungtshang Rinpoche. 1661 wurde Chetshang Könchog Thinle Sangpo im Alter von fünf Jahren als 25. Drigung-pa inthronisiert und bereits kurz danach gab er in seiner Residenz in Trolung seine erste Einweihung. Er ordnete eine neue Zusammenstellung des Drigung-Kabum an, wobei 15 neue Werke dazugekommen waren: eines stammte von seiner letzten Inkarnation und die restlichen 14 von Chungtshang Rinpoche. Er studierte Malerei und malte Thangkas im Drigung-Stil; später begann er auch Skulptur zu studieren und fertigte eine lebensgroße Statue von Chungtshang Rinpoche an. |
| 1673 choreographierte er gemäß seiner Visionen neue Cham-Tänze. Er ließ gegenüber von Tsabakha im Lungchö Tal ein großes Zelt für Sommerbelehrungen errichten, besonders während der Tanzfestivitäten. So wie alle Drigung-Thronhalter vor ihm, nahm auch er die Unterweisungen der Yogis, bevor sie sich ins Retreat zurückzogen, sehr ernst. 1704 erblickte er in einer Vision, dass Rigdzin Chökyi Dragpa im Süden von Ost-Tibet Wiedergeburt genommen hatte. So wurde eine Expedition nach Kham gestartet, um den Kleinen zu holen. Da die Situation in Lhasa sehr explosiv war, musste alles geheim geschehen. 1713 aber begab sich Chetshang Rinpoche nach Lhasa, um den unterdessen neunjährigen Chungtshang Thinle Dündrub Chögyal, offizielle vorzustellen. Um endlich in Tibet Frieden einkehren zu lassen, fand 1717 eine Konferenz der Vertreter der einzelnen Schulen statt. Da Chetshang nicht gehen wollte, schickte er unter dem Vorwand zu alt für die Reise zu sein, seinen Schüler Chungtshang Thinle Dündrub Chögyal. 1718 starb Rinpoche am Schützertag des 6. Monats (Ende August) im Alter von 62 Jahren. Seine körperliche Hülle wurde am 7.Tag danach gemäß dem Manju-Yamantaka Ritual dem Feuer übergeben. |
26. Drigung-pa – Könchog Thrinle Dündrub Chögyal Kyabgön Chungtshang Rinpoche;
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. Chungtshang Rinpoche (1704-1754; reg. 1718-1747) |
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1704 verkörperte sich Chungtsang Rinpoche aufs Neue als Sohn des Prinzen Nödrub Tashi aus dem Hause des Königs von Jangyül (Ost-Tibet) und seiner Gemahlin Namjomo. Der Vater willigte erst 1709 ein den Jungen nach Drigung ziehen zu lassen. Das Kind sprach bereits mehrere Sprachen - unter anderem auch Chinesisch und hatte überhaupt keine Mühe das Tibetische zu erlernen. 1714 gab Düdrub Chögyal seine ersten öffentlichen Belehrungen in Trolung. Danach machte er sein Yidam Retreat. 1716 zog er sich in Tedröm zu einem strikten Yamantaka Retreat zurück. 1717 nahm er die Novizen-Gelübde von Kyabgön Chetshang Rinpoche. 1718 verstarb Rinpoche und Dündrub Chögyal stand den Trauerfeierlichkeiten vor und wurde danach als 26. Drigung-pa inthronisiert. 1721 wurde Dündrub Chögyal nach Lhasa beordert, um an einer Langlebenspraxis für den 7. Dalai Lama teilzunehmen. |
| Es waren alle versammelt die Rang und Namen hatten. Das politische Klima war noch immer gespannt. Ganz generell wurde dem Wunsch Ausdruck verliehen "Ein Kloster ist nur dann ein Kloster, wenn es die Mönchsregeln hochhält". Dündrub Chögyal kehrte nach Drigung zurück und versuchte die Disziplin des Gründers wieder in Erinnerung zu rufen. 1727 hatte er eine Vision, dass Chetshang Rinpoche sich aufs Neue inkarniert hätte und zwar in der Nachbarprovinz Kong-po. 1729 kam dann der fünfjährige Chetshang Rinpoche nach Drigung Thil. Da die politische Lage in Tibet langsam wieder stabil wurde, gründete Chungtshang Rinpoche Klöster und kümmerte sich um die Retreatplätze, baute Stupas und ließ Statuen anfertigen. 1747 beschloss Chungtshang Rinpoche abzudanken. Köchog Tendzin Dödül (1724-1766) war bereits 23 Jahre alt und konnte den Thron übernehmen. Chetshang Rinpoche wurde also als 27. Drigung-pa inthronisiert. 1754, nach einer Reise nach Lhasa wurde Rinpoche krank und verstarb. Chetshang Rinpoche stand den Trauerfeierlichkeiten vor und ließ dann ein goldenes Gefäß für die Reliquien anfertigen, das nach Gyang Drag Gön gebracht wurde und bei den Reliquienschreinen der vorangegangenen Drigung-Hierarchen aufgestellt wurde. |
27. Drigung-pa - Könchog Tendzin Dodül;
3. Chetshang Rinpoche (1724-1766; reg. 1747-1766) |
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1724 kam er als Sohn des Gouverneurs Tshering Wangyal und seiner Gemahlin Serbuthri in Kong-po zur Welt. Sein älterer Bruder war bereits als 7. Drugchen anerkannt worden.
1729 kam er nach Drigung Thil, wo er den Zufluchtsnamen Könchog Tendzin Dodül bekam. 1730 nahm er die Novizengelübde. 1732 übertrug Chungtshang Rinpoche ihm den Fünffachen Pfad zu Mahamudra und die 6 Yogas des Naropa und noch andere Texte der Linie. Könchog Tendzin Dodül machte verschiedene Reisen, wobei er Belehrungen und Einweihungen gab. 1747 bat Chungtshang Rinpoche ihn den Thron zu übernehmen und so wurde er als 27. Thronhalter der Drigung-Linie eingesetzt und er erhielt auch die vollen Mönchsgelübde.
Chetshang Rinpoche modelierte aus Ton unter Beimischung von Medizinkräutern eine Serie Statuen, beginnend mit Buddha Shakyamuni bis hinauf zu seinem Meister Chungtshang Rinpoche, des 26. Drigung-pas. |
| Danach machte er noch eine Statue des Liniengründers aus Gold und Kupfer. Er veranlasste die Abschrift der letzten Version des Drigung-Kabums, danach wurde noch ein Nyingma-Kabum (Sammlung der alten Tantras), ebenso wie ein Sarma-Kabum (Sammlung der neuen Tantras) zusammengestellt. 1763 beauftragte er eine Delegation die Wiedergeburt des Chungtshang Rinpoches von Ost-Tibet nach Jangchub Ling zu bringen. 1764 kam dann endlich der Kleine Gyaltshen Norbu (1755-1792), und nach seiner Zufluchtnahme bekam er den Namen Könchog Tendzin Chökyi Nyima. Die beiden hatten ein sehr herzliches Verhältnis, und Chetshang übertrug ihm die Lehren der Linie. Chetshang Rinpoche begab sich mit seinem Schützling nach Lhasa um dessen Anerkennung zu bestätigen. In Yangrigar, wo sie auf ihrer Rückreise halt machten, kam es innerhalb der Mönchsgemeinschaft zu Unstimmigkeiten, und Chetsang Rinpoche zog es vor sich ins Schweigeretreat zu begeben. Aber all die Schwierigkeiten hatten das Heilige Band zwischen Meister und Schülern tief verletzt; so halfen auch die Rituale um sein Leben zu verlängern nicht mehr, und Rinpoche verstarb im Alter von nur 43 Jahren. |
28. Drigung-pa - Könchog Tendzin Chökyi Nyima;
3. Chungtshang Rinpoche (1755-1792; reg. 1766-1788) |
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Chungtshang Rinpoche wurde in dieser Inkarnation als Sohn eines Mitgliedes der Königsfamilie von Jangyül geboren. 1761 kam ein Diener des 1755 verstorbenen 26. Drigung-pas und brachte eine Mala und andere Gebrauchsgegenstände aus dem persönlichen Besitz mit sich. Der Prinz erkannte die Gegenstände ohne zu zaudern und wurde somit als Wiedergeburt des 2.Chungtshang Rinpoches, des 26. Drigung-pas, anerkannt. Als er in Drigung ankam bereitete man ihm einen triumphalen Empfang. Chetshang und sein kleiner Schützling zogen sich in Dzongsar Tashi zurück, und der Ort erschien ihnen wie der Geier-Hügel in Rajgir in der Nähe von Bodh Gaya (Bihar, Indien). Von 1765 an erhielt der Kleine viele Übertragungen von Kyabgön Chetshang Rinpoche. Sie besuchten Tedröm und gingen zusammen nach Lhasa. Als Chetshang Rinpoche Anzeichen einer Erkrankung zeigte, bemühte sich der kleine Chungtshang liebevoll um ihn, aber sein kostbarer Lehrer starb. |
| Er nahm die Novizengelübde von Lho Ontul, einem Herzensschüler des verstorbenen Chetshang Rinpoche; dieser übertrug ihm dann auch die grundlegenden Lehren der Drigung-Tradition. 1766 wurde der 3. Chungtshang zum 28. Drigung-pa inthronisiert. Da Chökyi Nyima bereits die Traum-Yoga Praxis gemeistert hatte, erschienen ihm immer prophetische Zeichen. 1772 begann der 16-Jährige die Klausner in den 6 Yogas des Naropa zu unterrichten. Er machte Reisen in die entfernter gelegenen Klöster in Ost-Tibet. 1774 gab Chökyi Nyima neue Regeln der Disziplin heraus: er selbst bekannte sich zum Vegetarismus, sowie schon der Liniengründer, und forderte alle zur Einhaltung der Gelübde auf. 1777 nahm er die vollen Mönchsgelübde. Er kümmerte sich um Renovierungen, ließ Statuen verschiedener Gottheiten anfertigen, deren Gesichter er dann selbst modellierte. Er machte die große Khora von Drigung, aber es war als wolle er sich von allen Plätzen verabschieden und wirklich im Frühjahr desselben Jahres verkühlte er sich und trotz aller herbeigerufenen Ärzte und abgehaltenen Ritualen, verstarb Rinpoche 1792. Der 4. Chetsang Rinpoche stand den Trauerfeierlichkeiten vor und führte das Shithro-Ritual mit 40 Mönchen durch. Es erschienen die acht glücksverheißenden Zeichen und Regenbögen, während Adler ihre lautlosen Kreise zogen. 1793 wurde dann ein goldener Reliquienbehälter für Chungtshang Chökyi Nyima im Kloster Gyang Drag Gön am Fuß des Kailasch aufgestellt. |
29. Drigung-pa - Tendzin Peme Gyatshen;
4. Chetshang Rinpoche (1770-1826; reg. 1788-1810) |
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Er wurde in der Provinz Kong-po als Sohn des Thinle Öser und der Dekyi Dzompa geboren. Im Alter von sechs Jahren kam er nach Drigung Thil, wo er seinen Wurzellama Tendzin Chökyi Nyima, den 3. Chungtshang Rinpoche traf. Er bekam von ihm die Laiengelübde und den Namen Tendzin Peme Gyaltshen. Mit 14 nahm er die Novizengelübde und 1788 wurde er als 29. Drigung-pa inthronisiert. 1792 nahm er im Beisein vieler Ehrwürdiger, noch von Chungtshang Chökyi Nyima die vollen Mönchsgelübde. Nach dem Tod von Chökyi Nyima Anfang Juni desselben Jahres stand er den Trauerfeierlichkeiten vor. Er erteilte an die 200 Mönchsgelübde so wie viele Belehrungen und Einweihungen. Mit seinem getreuen Thripön (Thron-Minister) Nangso Khenpo Tenpa (1781-1867) alias Nono Rinpoche, dem 6. Changlochen Tulku, stellte er die Chronik der Linienhalter "Drigung Dänrab Serthreng" (Goldene Girlande der Drigung-Linie) zusammen, die aus dem Französischen übersetzt hier auszugsweise vorliegt. |
| Er verfasste auch andere Werke wie Lachö (Opfergabe an den Guru), Tshechog (Bitte um langes Leben), Menla Chöga (Ritual des Medizin-Buddha), Nechog (Bitte an den Gebiets-Herren; i.e. Sergo); auch vom Drigung-Kabum ließ er eine neue Ausgabe verfertigen, wie man aus dem Kolophon des Nono Rinpoche entnehmen kann. Der 29. Thronhalter war auch sehr an Malerei interessiert. So konsekrierte er eigenhändig - mit Daumen und Zeigefinger-Abdruck - ein kleines Thangka, wo in Paraphrase des Buddha Shakyamuni mit seinen Lieblingsjüngern, Rinchen Päl mit seinen beiden Kämmerern Chenga Dragpa Jungnä (1175-1255; reg. 1235-1255) und Chenga Sherab Jungnä, der Drigung Lingpa (1175-1241) dargestellt ist. Er selbst ist in der unteren linken Ecke als Stifter dargestellt. Ein Thangka das nach einigen Ausflügen in den Westen nun im Exil-Stammkloster der Drigung-Linie in Dehra Dun (U.P, Indien) ist. Peme Gyaltshen führte den Drigung-Orden 22 Jahre, von 1788-1810; er hob einen Schatztext und zog sich ins Retreat zurück. Er verstarb am 5. Tag des 2. Monats (April) 1826. |
30. Drigung-pa - Tendzin Chökyi Gyaltshen;
4. Chungtshang Rinpoche (1793-1826; reg. 1810-1826) |
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Tendzin Chökyi Gyaltshen, der 4. Kyabgön Chetshang galt als die Emanation des Rinchen Phüntshog (1509-1557). Da 1826 die beiden Kyabgöns (Chetshang und Chungtshang) im selben Jahr starben, war es zum ersten Mal notwendig, eine Interims Verwaltung zu suchen. Man bestellte Garchen Chöwang Lodrö alias Jangchub Chenpo und Nyidzong Thripa Döndrub Chöwang als Vertreter, um die Angelegenheiten der Drigungs zu regeln. |
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31. Drigung-pa - Könchog Chökyi Norbu;
5. Chungtshang Rinpoche (1827-1865; reg. 1832-1865) |
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32. Drigung-pa - Könchog Thugje Nyima;
5. Chetshang Rinpoche (1828-1881; reg. 1866-1871) |
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33. Drigung-pa - Tendzin Chökyi Lodrö;
6. Chungtshang Rinpoche (1868-1906; reg. 1871-1906) |
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Tendzin Chökyi Lodrö, der 6.Chungtshang Rinpoche wurde im Hause des 12. Dalai Lama Thile Gyatsho (1856-1875), als sein um 12 Jahre jüngerer Bruder geboren. Als er drei Jahre alt war, wurde er nach Drigung gebracht. Sein Hauptlehrer war Tertön Dromtul Nuden Dorje (1849-1903). Im Alter von sechs Jahren nahm er die Laiengelübde aus der Hand seines älteren Bruders, des 12. Dalai Lama. 1888 machte Tendzin Chökyi Lodrö eine Reise in die Drigung Klöster nach Kham, wo er viele Belehrungen gab. 1893 unternahm Rinpoche eine Pilgerreise nach Tsari und Lapchi, danach besuchte er noch die Klöster in Nepal. 1895 pilgerte er zum Berg Kailasch und nach Ladakh. 1896 ging er in die Reinen Gefilde ein. |
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34. Drigung-pa - Tendzin Shiwe Lodrö;
6. Chetshang Rinpoche (1886-1943; reg. 1906-1943) |
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Er gründete ein neues Kolleg: Nyima Changre Rabgye Ling, im Tal am Fuß der Burg Dzongsar Tashi, der Sommerresidenz der Hierarchen, unweit vom Kolleg im Lungshö Tal, das neben dem Palast im Tsabakha errichtet worden war. Der 6. Chetshang starb 1943. |
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35. Drigung-pa - Tendzin Chökyi Jungnä; 7. Chungtshang Rinpoche (1909-1940) |
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Der 7. Chungtshang Rinpoche wurde nie zum Hierarchen inthronisiert, da er im Alter von 32 Jahren verstarb, in der Regierungszeit des 6. Chetshang, drei Jahre vor dessen Tod. |
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36. Drigung-pa - Tendzin Chökyi Nangwa Päl Sangpo;
8. Chungtshang Rinpoche (1942; reg. 1959(??)-1978) |
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Er wurde in der Lhagyari Familie in Lhasa, welche noch aus dem alten Königsgeschlecht der Pugyal entstammt, geboren. Er wurde vom Regenten des Drigung-Ordens erkannt und 1945 im Alter von drei Jahren inthronisiert. Er erhielt vom Interimsregenten, sowie von seinem Erzieher Tsang Norbu Übertragungen und Einweihungen. 1959 wurde er zusammen mit Chetshang Rinpoche in Dzongsar Tashi zurückgelassen und bis 1973 von den Chinesen in Verwahrung gehalten, danach wurde er zur Zwangsarbeit verurteilt, was eine Erleichterung seiner Lebensumstände bedeutete. 1978 dankte er als Thronhalter ab, und Chetshang Rinpoche wurde der 37. Drigung-pa. Seit 1980 lebt Chungtshang Rinpoche in "überwachter" Freiheit. Zuerst arbeitete er im "Ministry of Religious Affairs", später als Arbeiter in einer Druckerei. 1984 durfte er, indem seine Familie als Garant in Lhasa blieb, nach Ladakh ausreisen. |
| Man empfing ihn unter großem Jubel und er versprach wiederzukehren, was er auch 1992 tat als er zur Inauguration von Jangchub Ling im Exil, d.h. nach Dehra Dun, U.P. Indien kam. Er lebt zur Zeit in Lhasa, wo er im Stillen wirkt. |
37. Drigung-pa - Tendzin Künsang Thrinle Lhündrub;
7. Chetshang Rinpoche (1946; reg. seit 1978) |
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Der jetzige Chetshang Rinpoche kam in Lhasa im Hause Tsarong auf die Welt. Schon seine Geburt war von glücksverheißenden Umständen begleitet. Während seiner Geburt nämlich wurde gerade dem Jowo Rinpoche im Jokhang ein großer Diamant aus dem Besitz der Tsarongs als Stirnschmuck dargebracht. Sein Vater ist "George" Dadül Namgyal Tsarong der III. und seine Mutter Yangchen Dölkar. 1949 wurde er nach Drigung gebracht. Eine Zeit wo gerade Prof. Heinrich Harrer im Hause Tsarong lebte. 1956 gab Chetshang Rinpoche in Sumdo, im Drigung-Gebiet, seine erste große Phowa Übertragung. Im benachbarten Gebiet besuchte er die Kiri Yang Dzong Höhle, wo der 17. Thronhalter, Rinchen Phüntshog 1538 den Schatztext Gong-pa Yang Zab hob. 1959, als Lhasa schon gefallen war, gab es den Versuch einer kleinen Kham-pa Armee die Drigung Rinpoches noch vor den einmarschierenden Chinesen nach Indien zu retten, aber dieser Versuch scheiterte. |
| Die Rinpoches sollten politisch umerzogen werden. Doch die, die zu jung waren, wie unter anderem Chetsang und Reting Rinpoche, um in Lager geschickt zu werden, sahen durchs Fenster die anderen Kinder zur Schule gehen. Und so verfassten sie einen Brief an die Behörden, in dem sie baten, die öffentliche Schule besuchen zu dürfen, um später der Kommunistische Partei und dem Volke besser dienen zu können, da sie es als Zeitvergeudung empfanden, nur herumzusitzen. Und tatsächlich bekamen sie die Erlaubnis. Nach drei Jahren Mittelschule brach die Kulturrevolution aus, und Chetshang Rinpoche wurde 1969 mit seinem Schulkollegen auf eine Farm im Westen von Lhasa geschickt. Nach fünf Jahren wechselte er nach Shusul im Süd-Westen von Lhasa und dort beschloss er zu fliehen. Auf der Farm ließ er seine persönlichen Sachen zurück, nachdem er um Genesungsurlaub angesucht hatte. In Dingri (Süd-Tibet) zog er lokale Kleider an und nach einem Fußmarsch von 10 Tagen kam er in Kathmandu (Nepal) an. Dort erfuhr er, dass seinen Familie in die Vereinigten Staaten von Amerika emigriert war, bis auf seinen älteren Bruder, der in Dharamsala lebte. Daraufhin begab er sich nach Dharamsala, wo er dann offiziell von S.H. dem Dalai Lama empfangen wurde. Sein Vater holte ihn ab und sie flogen gemeinsam von New Delhi nach New York. 1975 lebte er bei seinen Eltern in Houston (Texas), besuchte eine Sprachschule, um Englisch zu lernen. Da aber bei ihm zu Hause nur Tibetisch gesprochen wurde, arbeitete er bei McDonald's um die Sprache zu üben. In den Ferien unternahm er in seinem gekauften Gebrauchtwagen wochenlange Touren durch seine neue Heimat. 1979 fand die 800-Jahrfeier des Drigung-Ordens in Phyiang, Ladakh (Indien) statt und Rinpoche übernahm den durch die Abdankung von Chungtshang Rinpoche leer gewordenen Thron. Er machte das Dreijahresretreat unter der Leitung von Kunka / Chunga Rinpoche. Dieser starb jedoch 1981 und so beendete er das Retreat unter dessen Nachfolger, Ven. Lama Sönam Jorphel Rinpoche. 1986 begann Chetshang Rinpoche seine Reise rund um die Welt und gab im November in Wien eine Hevajra-Einweihung. 1985 begann er den Exilsitz Jangchub Ling in Dehra Dun, U.P, Indien zu etablieren. (Nicht weit vom Internierungslager, wo Heinrich Harrer und Peter Aufschnaiter ihren Ausbruch und Aufbruch nach Tibet starteten.) Unterdessen sind viele Erweiterungen dazu gekommen, aber auch im Westen gibt es bereits viele Zentren des Drigung-Ordens rund um den Globus und die schützende Hand von Achi Chökyi Dölma und der Geist von Jigten Sumgön ist in ihnen allen in Süd, Nord, West und Ost zu spüren. Möge diese "Site" dazu beitragen, die Geschichte des Ordens näher kennen zu lernen. |
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