Durch die vorbereitenden Übungen des fünfteiligen Pfades entwickeln sich Neuorientierung, Reinigung und Kraft, die für die Übung des Großen Siegels nötig ist. Die vorbereitenden Übungen (tib., ngöndro) bilden somit das Fundament der tantrischen Praxis. Das Ngöndro ist sehr tiefgründig. Einige sehr profunde Yogis und Yoginis haben Verwirklichung allein durch das Ngöndro erlangt, denkt also bitte nicht, es sei eine niedere Übung!
Die Praxis der vier Gedanken wird auch als äußeres Ngöndro bezeichnet, da sie die Grundlage aller buddhistischen Schulen (Hinayana, Mahayana und Vajrayana) bildet. Auf Basis dieser vier Gedanken ist es möglich Weisheit und Mitgefühl anzusammeln. Durch die Vollendung dieser beiden Ansammlungen ist es möglich, die vier Körper eines Buddha zu verwirklichen.
Die Zuflucht ist dabei die wichtigste der Basis-Übungen. Der Daseinskreislauf führt unvermeidlich zu einem Zustand der Verwirrung, der Unzulänglichkeit und des Leidens. Die Zuflucht richtet den Geist neu auf den Pfad zur Buddhaschaft aus.
Die grundlegende Natur des Geistes aller fühlenden Wesen – die Buddha-Natur – ist von den Gewohnheiten des Daseinskreislaufs verdunkelt. Die Praxis von Vajrasattva ermöglicht, daß sich lange verdrängte geistige Widersprüche aktualisieren und gelöst werden können.
Das Mandala-Opfer ist ein Weg, um Weisheit (Realisation von Mahamudra) und Mitgefühl (Bodhicitta) zu entwickeln.
Der Segen der Linie wird durch die Anrufung des Lehrers – durch das Guru-Yoga – bewirkt.
Das Entwickeln von Bodhicitta ist die letzte der grundlegenden Übungen in der Drikung-Kagyu-Linie und zugleich die erste eigentliche Übung auf dem Pfad zu Mahamudra. Ohne all die vorangehenden Praktiken ist jedoch auch das Entwickeln von Bodhicitta mangelhaft und alle nachfolgenden Übungen sind ein spirituelles Projekt ohne Basis. Liebende Güte und Mitgefühl sind die Grundlage des Erleuchtungsstrebens und somit die Wurzel der Erleuchtung selbst. Ebenso erscheint Bodhicitta als der spontane Ausdruck des ursprünglichen Geistes.
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